Sterben in Thailand - Was kommt nach dem Ableben?

Niemand denkt gerne darüber nach, wie es nach dem Ableben des Partners, eines Verwandten oder Freundes in Thailand denn eigentlich weitergeht. Man lebt als Ausländer glücklich in seiner Wahlheimat und möchte sich nicht mit dem Unausweichlichen beschäftigen. Plötzlich steht man vor vollendeten Tatsachen und meist ist die Trauer und der Schock so groß, dass man für diese wichtigen Angelegenheiten kaum noch Gedanken übrig hat.

Wir möchten in diesem Artikel die Situation beschreiben, die nach dem Ableben eines in Thailand lebenden Ausländers entstehen kann und Hinweise zu den wichtigsten Fragen liefern. Der Artikel bezieht sich auf den Fall, dass der verstorbene Ausländer hier in Thailand feuerbestattet und die Asche in Thailand verbleiben soll. Bei der Todesursache handelt es sich um einen natürlichen Tod.

Der Tod wird in den allermeisten Fällen in einem Krankenhaus festgestellt werden. Findet dies in einem internationalen Krankenhaus statt, dann kann damit gerechnet werden, dass das Krankenhaus auch englischsprachiges Personal zu Verfügung stellt, um den ausländischen Angehörigen beim Umgang mit den Behörden zur Seite zu stehen. Sollte dies nicht der Fall sein, dann sollte man sich eine thailändische Vertrauensperson suchen, die einem bei der Abwicklung der behördlichen Angelegenheiten und Organisation der nächsten Tage hilft.

Vom Krankenhaus aus werden die Landesbotschaft des Verstorbenen und die Polizei kontaktiert. Die Botschaft sollte dann in telefonischen Kontakt mit den Angehörigen treten. Die Polizei wird danach fragen, ob es an der natürlichen Todesursache seitens der Angehörigen irgendwelche Zweifel gibt. Bestehen keine Zweifel, dann wird meist noch am selben Tag ein Bericht von der Polizei verfasst. Nachdem das Krankenhaus diesen Bericht erhalten hat und bereits festgelegt wurde, wo der Verstorbene eingeäschert werden soll, stellt das Krankenhaus die thailändische Sterbeurkunde aus. Bestehen Zweifel, dann wird von Seiten der Polizei eine Untersuchung veranlasst und die weiteren Schritte verzögern sich entsprechend.

Die Sterbeurkunde muss von einem vereidigten Übersetzer in die englische Sprache übersetzt werden. Internationale Krankenhäuser können dies veranlassen. Man sollte sich zusammen mit der Übersetzung gleich fünf beglaubigte Kopien anfertigen lassen, da diese später noch gebraucht werden könnten.

Die Immigration ist die nächste Behörde, die beim Tod eines Ausländers informiert wird, denn das aktuelle Visum des Verstorbenen muss annulliert werden. Leben Angehörige des Verstorbenen auf Basis dieses Visums in Thailand, dann muss mit der Immigration eine Lösung gefunden werden, um den weiteren Aufenthalt der Angehörigen in Thailand zu legalisieren.

Die Wahl des Tempels für die Feuerbestattung:

Im besten Fall kontaktiert man einen lokalen Tempel und bittet um eine Terminierung der Feuerbestattung. Dies wird meistens sehr kurzfristig möglich sein. Der Verstorbene kann nun bis zur Feuerbestattung entweder zum Tempel gebracht werden, um dort zu verbleiben, oder man entscheidet sich für das Verbleiben im Krankenhaus. Sobald festgelegt wurde, welcher Tempel für die Feuerbestattung ausgewählt wurde, kann die Sterbeurkunde ausgestellt werden, da diese Information dort vermerkt wird.

Die Planung und den Ablauf der Feuerbestattung werden wir im letzten Teil dieses Artikels beschreiben.

Nach der Feuerbestattung muss die Übersetzung der thailändischen Sterbeurkunde vom thailändischen Ministry of Foreign Affairs in Bangkok legalisiert und anschließend von der Botschaft des Heimatlandes des Verstorbenen überbeglaubigt werden. Für die Beglaubigung beim Ministry of Foreign Affairs sollte man bis zu fünf Tage einplanen. Dies dient dazu, um das thailändische Dokument zur weiteren Verwendung im Heimatland (Versicherungen etc) nutzbar zu machen. Die Botschaft des Heimatlandes muss abschließend noch den Reisepass des Verstorbenen annullieren.

Zusammenfassung:

  • Der Tod wird im Krankenhaus festgestellt.
  • Die Polizei und die Botschaft werden informiert.
  • Die Polizei erstellt einen Bericht, der an das Krankenhaus geht.
  • Kontakt zwischen Botschaft und Hinterbliebenen wird hergestellt.
  • Die Immigrationgehörde annulliert das Visum des Verstorbenen und überprüft die aktuellen Visa der ausländischen Hinterbliebenen.
  • Der Ort für die Feuerbestattung wird festgelegt.
  • Das Krankenhaus stellt die thailändische Sterbeurkunde aus.
  • Die Feuerbestattung findet statt.
  • Der Tempel erhält eine Kopie der Sterbeurkunde.
  • Die Sterbeurkunde wird von einem vereidigten Übersetzer übersetzt.
  • Die Sterbeurkunde und die Übersetzungen werden vom thailändischen Ministry of Foreign Affairs beglaubigt und von der Heimatbotschaft des Verstorbenen überbeglaubigt.
  • Der Reisepass des Verstorbenen wird von dessen Heimatbotschaft annulliert.

Die Feuerbestattung in Thailand:

In Thailand ist es üblich, dass bei einem Todesfall die während der Feuerbestattung stattfindende Zeremonie möglichst aufwändig und kostspielig geplant und vollzogen wird. Mitunter verschulden sich Familien, um eine möglichst eindrucksvolle Feuerbestattung und anschließende Feierlichkeiten durchführen zu können. Aber nicht jeder kann sich einen großen finanziellen Aufwand leisten und selbstverständlich werden auch kleinere und günstigere Feuerbestattungen durchgeführt. Ausländische Hinterbliebene, die die Feuerbestattung in einem Tempel durchführen und die Zeremonie so überschaubar wie möglich gestalten möchten, werden dies in der Regel auch umgesetzt bekommen.

Der Ablauf einer einfachen Feuerbestattung gestaltet sich wie folgt:

Die Zahl der die Zeremonie leitenden Mönche kann von den Hinterbliebenen festgelegt werden. Fünf Mönche sind dafür mindestens notwendig. Zum Auftakt der Zeremonie findet eine kleine Prozession statt, in der der Verstorbene, gefolgt von den Mönchen und Angehörigen, drei Mal um den Verbrennungsofen transportiert wird. Anschließend wird der Verstorbene für die Einäscherung vom Verbrennungsmeister vorbereitet.

   

Die Trauergäste werden nun zusammen mit den Mönchen beten. Wer bei der Planung darum bittet, die Zeit des Betens möglichst kurz zu halten, dem wird dieser Wunsch meistens auch erfüllt werden.

Nach den Gebeten werden sich die Trauergäste und Mönche vom Verstorbenen verabschieden und eine Papierblume als letzten Gruß hinterlassen.

   

Der Verbrennungsmeister wird nun das Feuer anzünden.

Gleichzeitig werden einige Feuerwerkskörper gezündet, die den Weg für den nun in den Himmel aufsteigenden Geist freimachen sollen.

Eine kurz geplante Feuerbestattung kann innerhalb von einer Stunde vorbei sein. Die Zeremonie kann aber auch einen halben Tag dauern, mit zusätzlichen Feierlichkeiten an den Tagen vor und nach der Bestattung.

Am Tag nach der Einäscherung wird den Angehörigen die Möglichkeit gegeben, die Urne mit der Asche des Eingeäscherten zu befüllen. Die Urne kann nun auf dem tempeleigenen Friedhof verbleiben oder auch anderweitig verwahrt werden.

Folgende Kosten fallen für die Feuerbestattung an. Die angegebenen Werte können etwas nach unten und sehr stark nach oben abweichen und sollen als Anhaltspunkt dienen.

  • Transport vom Krankenhaus zum Tempel 1.300 Baht
  • Transport des Verstorbenen (Träger) 300 Baht
  • Benzin und Kohle für die Einäscherung 700 Baht
  • Kosten für den Verbrennungsmeister 500 Baht
  • Kosten für Feuerwerk 1.500 Baht
  • Kosten für den Tempel 800 Baht
  • Freiwillige Gabe an die Mönche 3.800 Baht
  • Eis, Getränke für die Trauergäste 500 Baht
  • Papierblumen 3-5 Baht / Stück

Hinzu kommen noch Kosten für einen Fotografen (4.500 Baht), Blumendekor und Kränze und ein abschließender Leichenschmaus, die hier nicht beziffert werden.


Erstellt am: 21.09.2015

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Leserkommentare zu diesem Artikel

Am 24.05.2016 - 11:18 schrieb das Udon-News-Team

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für dein Feedback! Wir freuen uns, wenn wir unseren Besuchern interessante und auch wichtige Informationen und Hinweise für ihre Belange in Thailand geben können. Unsere Webseite ist zweisprachig, englisch und deutsch, verfasst. Der Aufwand, den es kosten würde, unsere kostenlos zur Verfügung gestellten Informationen auch in der thailändischen Sprache zu veröffentlichen, ist aktuell leider zu groß. Ein Übersetzungsdienst wird die sprachliche Lücke, die bei der Vorbereitung der persönlichen Unterlagen für den "Fall der Fälle" entsteht, gegen eine überschaubare Gebühr sicherlich zuverlässig überbrücken.

Freundliche Grüße aus Udon Thani

Am 23.05.2016 - 18:56 schrieb Gast

hallo aus Chiang Mai, der Artikel ist sehr informativ.Bin dabei für meine Thaifrau so einiges vorzubereiten,wenn ich mal das Zeitliche segnen sollte ( habe es damit aber nicht sehr eilig ).Unter anderem Ausfüllen der Rentenanträge usw. Nun wäre es schön,wenn ich zu diesen Unterlagen auch noch eine Thaiübersetzung für den Artkel beilegen könnte,zumindest die wichtigsten Passagen. Habt Ihr da was für mich? Gruß Wolfgang

Edit: Link entfernt

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