Auf dem Mekong von Siem Reap nach Saigon Teil 3

3. Tag, 10. Februar 2014

Siem Reap   Angkor

Besuch der Tempelstadt Angkor Wat mit vielen Bildern und Informationen über den 3. Tag der Reise auf dem Mekong, von Siem Reap nach Saigon.

Heute haben wir ein strenges Programm vor uns, werden wir doch die Altertümer von Angkor Wat besuchen. Unser erstes Ziel ist der Bantea Srei Tempel. Bevor wir aber dorthin kommen, wird für jeden von uns ein persönlicher Besucherpass mit Foto hergestellt, den wir um den Hals tragen müssen und der immer wieder an den verschiedenen Kontrollposten kontrolliert wird.

Bantea Srei Tempel

Der Tempel wurde während der Regentschaft von Rajendravarman II. (944–968) zu Ehren des Gottes Shiva errichtet. Der Bantea Srei Tempel auf Wikipedia

 

 

Das ganze, riesige Gelände von Angkor ist touristisch sehr gut erschlossen und präsentiert sich eindrucksvoll in einer unglaublichen Landschaft, die soweit unberührt gelassen wurde, wie es möglich war. Die Gebäude mussten natürlich von den Bäumen und Pflanzen befreit werden, die in den vielen Jahrhunderten Besitz über die Anlage genommen haben und für die Besucher mussten gut begehbare Wege gebaut werden.

 

   

   

 

Von diesem Baum wurde früher eine Art Kautschuk gewonnen. Der diente als Abdichtungsmasse für die Holzschiffe. Man hat zweimal in einer Woche unten Feuer angezündet und nach einer bestimmten Zeit gelöscht. Darauf reagiert der Baum mit der Absonderung des Saftes, welcher unten aufgefangen und dann für die Verwendung aufgearbeitet wurde. Dann hat man den Baum ruhen lassen um das Prozedere von neuem zu beginnen.

Banteay Samre Tempel

Banteay Samré ähnelt in vielerlei Hinsicht Prasat Hin Phimai im heutigen Thailand:

Informationen zum Tempel auf Wikipedia

 

 

 

Mich beeindruckt immer wieder wie solche Decken und Wände, geschaffen mit einfachsten Mitteln und oft ohne Mörtel oder Zement, über Jahrhunderte erhalten bleiben. Dass die Lust damals nicht zu kurz kam, zeigt dieses Relief.
 
 
 

 

Nach dem Mittagessen in einem lokalen Restaurant fahren wir mit dem Bus über weite Ebenen. Auf den abgeernteten Reisfeldern weiden Wasserbüffel. Wir sehen Kinder auf einem Schulhof spielen, welcher wohl zu einer neu errichteten Schule gehört.

 

Die Tempelanlagen von Angkor sind weit verstreut und bis vor wenigen Jahren wurden aus der Luft immer wieder neue Tempel entdeckt und man ist auch nicht sicher, ob sich noch weitere im Dschungel verstecken. In den Jahrhunderten wurden sie von der Natur buchstäblich einvernahmt. Der Höhepunkt des heutigen Tages bildet wohl in mancherlei Hinsicht der Angkor Wat, der Haupttempel von Angkor; riesige Anlage, grosse Hitze, grosse Menschenmassen, weite Wege, sehr ermüdend.

Angkor Wat

Informationen zu Angkor Wat auf Wikipedia

Das ist der erste Blick auf den Wat, der von einem breiten Wassergraben umgeben ist, wie viele andere Tempel hier auch. Da auf sandigem Untergrund gebaut wurde, bestand die Gefahr, dass das Erdreich beim Austrocknen in sich zusammensank um sich bei Regen wieder mit Wasser vollzusaugen. Die permanent gleiche Nässe im Boden, verursacht durch das riesige Wasserreservoir rund um den Wat, hat der sandige Boden immer dieselbe Feuchtigkeit und damit Stabilität. Durch diesen Wasserreichtum konnte mehrmals im Jahr Reis geerntet werden und ein ganzjähriger Wasservorrat war gesichert.

 

Hier nun der Tempel, wie er auf allen Prospekten zu sehen ist. Für mich hochstehende Baukunst in architektonischer, kultureller und ingenieurmäßiger Hinsicht – für Hanspeter ein Haufen alter aufgeschichteter Steine ?. So sind die Geschmäcker verschieden.

Uns macht die Nachmittagssonne, zusätzlich zu den von der Sonne aufgeheizten Bauwerken ziemlich zu schaffen und wir entschliessen uns nach schon kurzer Zeit den Schatten und das Wasser zu suchen, die Anlage also zu verlassen und aus einiger Entfernung zu geniessen.

Zeitweise werden wir durch äusserst angriffslustige Affen gestört. Sie greifen uns buchstäblich an, wenn wir ihnen nicht Platz machen, so können wir schmunzelnd erkennen, wer hier der Boss ist, denn der Reiseleiter, weitere Gäste und praktisch alle andern Touris hier erheben sich von der Steinmauer um den hier Herrschenden Platz zu machen.

Phnom Bakheng

Vorgesehen war, dass wir diesen Hügel besteigen, um den Sonnenuntergang zu bewundern, dann wurde die Besichtigung jedem Einzelnen überlassen und ich weiss nicht, ob überhaupt jemand sich die Mühe gemacht hat, denn uns wurde gesagt, dass Tausende zu dieser Zeit den Berg besteigen möchten, aber nur eine begrenzte Anzahl zugelassen werden, dass also die Möglichkeit besteht, dass man in einer riesigen Menschenmenge blockiert ist, ohne das zu sehen, wozu man eigentlich hergekommen ist. Wozu der Tempel gebaut wurde ist dennoch nennenswert.

Informationen zu Phnom Bakheng auf Wikipedia

Nach der Rückkehr ins Hotel sind wir für eine ausgiebige Dusche und Ruhepause dankbar, bis wir ans große, reichhaltige Buffet im Speisesaal gerufen werden. Die Bedienung hier begrüsst uns seit wir angekommen sind, als wären wir Stammgäste, was einem den Eindruck vermittelt, dass man auch wirklich willkommen ist.

 

Eine Tanzgruppe erfreut uns gekonnt mit traditionellen einheimischen Tänzen. Diese Tänze erzählen immer dieselben, für dieses Land wichtigen Geschichten und werden überall in denselben Kostümen dargeboten.

 

 

 

 

Begleitet werden sie von drei Musikern mit ihren traditionellen Instrumenten. 

 

 

 

Am Rande: Ich habe einen Reiseleiter gefragt, ob er denn fände, dass das Geld, was nur hier von den Touristen eingenommen würde, gerecht auf das Volk verteilt würde, sprich Schulen, Spitäler, Infrastrukturen gebaut würden. Seine Anwort war: Ich verstehe deine Frage nicht, ich kann dich nicht verstehen, dabei lachte er zwischen gequält und verschmitzt.

Dann fügte er hinzu: Du musst dir in Phnom Penh nur die teuren Häuser und Autos anschauen, dann siehst du, wer das Geld hat. Um nicht wieder eine politisch verfängliche Frage zu stellen wünschte ich einem zweiten Reiseleiter: Ich wünschte dir und deinem Volk, (wenn es denn die Möglichkeit gäbe, dass so ein Wunsch jemals erfüllt würde) dass die Milliarden, die jedes Jahr in Angkor eingenommen werden für Schulen und Spitäler eingesetzt werden und die Armen auch davon profitieren könnten.

Er dankte mir und sagte: Das wünsche ich mir auch. Alle Reiseleiter in beiden Ländern haben immer und ohne Zögern eine hohe Korruption bejaht. Grundsätzlich sind wir erstaunt, dass sie so offen über die politischen Verhältnisse ihres Landes reden (dürfen), wenn auch ab und zu in etwas umschreibender Weise.


Erstellt am: 02.03.2014 - Zuletzt aktualisiert am: 05.12.2014

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