Ein Tag am Dreamlake in Chiang Mai

Wir hatten uns schon seit längerer Zeit vorgenommen, Chiang Mai wieder einmal einen Besuch abzustatten, und bevor es so richtig heiß werden sollte und der Smog unerträglich, wollten wir die Reise angehen.

In unserem Bericht über die bekanntesten Angelseen Thailands hatten wir schon über Dreamlake Fishing Resort berichtet, nun wollten wir unsere geplante Reise mit einem Tag am Dreamlake verbinden. Wir hatten einige Wochen zuvor schon mit dem Betreiber Kontakt aufgenommen, um einen Bungalow zu reservieren. Der freundliche Hinweis von Reiner - dem Betreiber von Dreamlake, darauf, dass Dreamlake nicht zu vergleichen sei mit Seen wie etwa Bungsamran in Bangkok, wo Welse quasi ununterbrochen gefangen werden können, wurde von uns dankbar entgegengenommen. So eine Kraftangelei muss auch nicht wirklich immer sein - wir hofften nur, dass wir am Dreamlake eine schöne Zeit in einer schönen Umgebung an einem See haben würden, der uns die Chance bietet, unterschiedliche Fische zu fangen, die man in natürlichen Gewässern in Thailand in der auf Dreamlake`s Webseite beschriebenen Vielfalt nicht antreffen kann. Somit war das Ziel also klar definiert: Spaß haben!

Nach 11 Stunden Fahrt kamen wir in Chiang Mai an und checkten in einem neueren und sauberen, zudem sehr günstigen Hotel ein. Nach einem schnellen Abendessen und einem Bier zur Entspannung war auch schon Nachtruhe angesagt, denn: wir waren am frühen Morgen mit Reiner am Dreamlake verabredet. Die frühen Morgenstunden sollten und wollten wir nicht verpassen.

Um 20 nach Sechs am nächsten Morgen checkten wir also bei Dreamlake ein. Ein sehr freundliche Empfang von Reiner, ein schneller Blick auf den See, die Koffer und Ausrüstung zum Bungalow getragen, nun sollte es losgehen.

Bungalows Dreamlake Resort Chiang Mai  

Einige Regeln, was die Handhabe mit den Fischen angeht und die Fangmethoden, gab es noch vorab - alles sehr freundlich, professionell und klar von Reiner kommuniziert.

Haken ohne Widerhaken, keine Freileine und einige Hinweise, was den Umgang mit gefangenen Arapaima, Siamesischen Karpfen und Alligatorhechten angeht - kein Problem!

Reiner informierte uns, dass er bereits seit einigen Tagen an zwei Stellen in der näheren Umgebung unserer Bungalows mit Lachsstückchen angefüttert hatte. Das sollte für uns die Chance etwas erhöhen, einen der Räuber aus der Deckung und an den Haken zu locken. Es sollte nicht lange dauern, bis sich seine Maßnahmen als erfolgreich erweisen würden.

Wir warfen also unsere Ruten aus: jeweils eine mit einem kleinen Blei, Stahlvorfach und einem Lachsstückchen, die andere mit einer Futterspirale, Futtermischung und etwas Brot. Ich hatte eine  stabile Grundrute mit meiner neuen Shimano Cardiff mit dem Lachs ausgeworfen und links neben mir in den Rutenhalter gelegt. Daneben lag eine eher leichtere Rute mit einer günstigen Baitrunnerrolle und der Futterspirale am Ende der Leine. Mein Angelfreund hatte ähnliche Montagen an ähnlichen Ruten, jedoch mit 30 Jahre alten Mitchell-Rollen, die ihn seit eh und jeh begleiten.

Reiner erzählte mir gerade etwas über den und jenen Fisch, als sich meine Rute mit der Shimano mit einem mittellauten Knall, ausgelöst durch den nach vorne gebogenen Rutenhalter, der in einem der Rutenringe meiner verschwindenden Angel kurz verhakt war, auf den direkten und schnellen Weg in den See machte. Da war sie weg, kommentierte Reiner kurz und ich war recht fassungslos. Ich musste nach dem Auswerfen und Strammziehen der Leine vergessen haben, den Freilauf einzuschalten. Ich Idiot!

Reiner war auf dem Weg ins Haupthaus der Anlage und kam wenig später mit einer Angel und einem Blei mit Spinner und Drillingshaken zurück. Neben meinen 150 Euro, die da durch den See gezogen wurden, war da noch der unbezifferbare Wert des unbekannten Fisches, der sich meinen Köder samt Angelausrüstung geschnappt hatte, den es zu retten galt. Reiner gab sein bestes, warf seine Angel rund um den See immer wieder aus, in der Hoffnung, die wenige Meter Schnur, die zwischen dem Fisch und der Rute abgespult waren, irgendwie zu haken. Aber bis auf einen gierigen Pacu, der auf seinen Spinner biss, blieb er glücklos.

Ich angelte also weiter - mein Kollege hatte inzwischen einen schönen Rohu gefangen und wieder in den See gesetzt.

Ich selber bekam auf meine Ersatzangel, mit meiner Uraltstationärrolle, die schon diverse Brocken gemeistert hatte, einen Biss auf Lachsstückchen und konnte etwas später einen schönen aber noch jungen Rotschwanzwels landen.

Rotschwanzwels am Dreamlake Resort Chiang Mai

Es ging auf die Mittagszeit zu. Einige Tilapias bissen noch auf Brot und Lachs, aber mein Angelfreund entschloss sich dazu, es weiter unten am See zu versuchen. Wir verspeisten einige leckere Sandwiches aus der Dreamlake-Küche und angelten weiter in den Nachmittag hinein. Verschiedene mitgebrachte Köder wurden alternativ versucht: Bacon, Garnelen - es blieb ruhig!

Etwas später dann schaute ich in Richtung meines nun in einiger Entfernung angelnden Freundes, der mir einen sehr schönen Pacu präsentierte. Ich entschloss mich ihn zu interviewen, auf was es der Pacu denn abgesehen hatte, ging also zu ihm hinüber. Auf halbem Weg kam er mir entgegen, mit einer Angel in der Hand und einem fetten Grinsen im Gesicht. Was hat der Pacu genommen, fragte ich - Shimano, kam es als Antwort zurück, und erst da registrierte ich, dass es meine im See verloren geglaubte Rute war, die mein Freund da in der Hand hielt. Der Fisch war ihm samt Angel in die eigene Leine geschwommen, und nachdem es ihm gelungen war, die Angel rauszuziehen, hat der Pacu auch noch nach Stunden im See mit der Angel im Schlepptau, reichlich Widerstand geleistet.

Ich hatte meine Ausrüstung wieder, der Fisch war wohlauf und von Ballast befreit wieder im See. Welch ein Tag!

Dreamlake Chiang Mai

Es dämmerte nun langsam und wir erwarteten Besuch von Freunden und meiner Frau, die uns am Dreamlake für ein gemeinsames Abendessen Gesellschaft leisten wollten. Wir waren mittlerweile auch durstig und hungrig und somit machten wir uns auf ins Restaurant von Dreamlake Resort, wo man in gemütlicher Atmosphäre zunächst die Qual der Wahl hat, aus einer verlockenden Speisekarte zu wählen.

Reiner hatte uns am Vormittag noch gefragt, welches Bier wir denn bevorzugen würden und da wir in Udon eigentlich immer Leo Bier trinken, dies aber in Chiang Mai nicht unbedingt zu den meist getrunkenen Biersorten gehört, den Kühlschrank damit gefüllt.

Das bestellte Essen war hervorragend! Alle - Angler und auch Nichtangler, hauten rein, als würde es kein morgen mehr geben. Nach dem vorzüglichen Essen gab es dann noch nette Gespräche mit Reiner, der mit einem in den Bergen von Chiang Mai gebrannten Schnaps am Tisch erschien. Reiner ist ein wirklicher Meister seiner Passion. Einen erfahrerenen Angler, der sich nicht nur an seinem Haussee, sondern auch und vor allem in den Gewässern der Umgebung von Chiang Mai auskennt, dürfte es schwierig werden zu finden.

Wir kehrten nach einigen Stunden mit vollen Bäuchen in unsere Quartiere zurück. Wir mussten ruhen! Mein Freund hatte sich seinen Wecker auf 3 Uhr morgens gestellt, ich stand eine Stunde später auf. Die Temperatur war inzwischen auf ca. 14 Grad gesunken. In der Stunde, die mein Freund mir voraus hatte, hatte er einige Tilapias gefangen, aber keinen größeren Fisch. Ich hockte mich für 20 Minuten hinter meine Angeln, zog meine Kamera heraus, stellte mein Stativ auf und machte einige Nachtaufnahmen.

Dreamlake Chiang Mai bei Nacht

Dreamlake Chiang Mai bei Nacht

Dreamlake Chiang Mai bei Nacht

Gegen 5 Uhr verabschiedete ich mich bei meinem Freund wieder und ging zurück ins Bett.

Am Morgen genossen wir noch einige Stunden am See, hatten ein leckeres Frühstück und bezahlten unsere Rechnung, bevor wir uns auf den Weg in die Stadt machten. Dreamlake war ein wunderschönes Erlebnis - auch ohne die kapitalen Fänge, die hier aber ganz ohne Zweifel machbar sind. Einziger Hinweis, was verbesserungswürdig ist: bitte spendiert Eurer Gepäckkarre einen Satz neue Räder! :-)  Danke an Reiner und seiner Frau, für die Gastfreundschaft, das leckere Essen und die netten Stunden. Wir hoffen auf eine Fortsetzung unserer schönen Zeit am Dreamlake Resort in Chiang Mai, bei unserem nächsten Besuch.

Erstellt am: 28.02.2012 - Zuletzt aktualisiert am: 22.05.2015

Diesen Artikel ...



Kommentar eingeben

Hast Du eigene Erfahrungen gemacht? Hast Du weitere Fragen? Nutze einfach unsere Kommentarfunktion.

Bitte lies vor dem Verfassen und Speichern Deines Kommentars unsere Hinweise und Nutzungsbedingungen zur Kommentarfunktion. Mit dem Speichern Deines Kommentars akzeptierst Du die Nutzungsbedingungen.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.

Fragen, Korrekturen, weitere Hinweise? Kontaktformular

Trotz sorgfältiger Recherche können wir nicht für die Richtigkeit und Gültigkeit der Informationen auf Udon-News.com garantieren. Unsere Informationen können fehlerhaft, unrichtig oder lückenhaft sein.

Suche

Aktuell im Forum