Die dreisten Affen von Lopburi

Wir befanden uns auf dem Weg zu der in einem anderen Artikel beschriebenen Tempeleinweihung in Zentralthailand, als wir durch die Stadt Lopburi fuhren und an einer antiken Tempelanlage vorbei kamen. Die Tempelanlage schien besetzt von Affen zu sein, die da zu Tausenden hockten. Ich also an der Anlage vorbei gefahren und dahinter angehalten: schließlich bekommt man eine derartige Menge an frei lebenden Affen nicht alle Tage zu sehen. Meine Frau und unsere Verwandten, die mit mir im Auto saßen, machten sich auch gleich auf den Weg, der Anlage einen kurzen Besuch zu widmen um die Affen aus der Nähe zu betrachten. Ich merkte sogleich als ich den Wagen parkte, dass da nicht nur in der Tempelanlage die Affen hausten, sondern auch in den Straßen um die Anlage herum, also entschloss ich mich, lieber am Fahrzeug zu bleiben um da keine böse Überraschung zu erleben. Schließlich war die Ladefläche des Pickups mit Gepäck ziemlich beladen.

Ich stellte mich also neben den Wagen und fing an, die da in den Straßen hausenden Affen zu fotografieren.

Scheu schienen die Affen jedenfalls nicht zu sein, wenn sie denn nur nicht eventuell sogar dreist sind, dachte  ich mir noch.

Mitunter schienen da mehrere Generationen auf dem Bürgersteig herumzulungern. Der oben und unten auf dem Bild hatte jedenfalls schon einige Jährchen auf dem Buckel, die man ihm auch deutlich ansah.

Ich war gerade kurz davor begeistert zu sein, als ich mehrere Tropfen auf meiner Schulter spürte, die von Regen nicht stammen konnten.

Da hatten sie mich kalt erwischt, die Drecksäcke! Hockten da auf den die Bürgersteige überspannenden Stromleitungen und pissten auf einen - in diesem Fall mich, hinunter. Zielsicher waren sie jedenfalls nicht, denn bis auf ein Paar Tropfen wurde ich verfehlt. Ich also aus der Schusslinie gegangen und weiter meine Bilder geknipst.

Die Anwohner in dieser Straße haben ihre eigenen Methoden, um die Plagegeister von den Wohnungen fernzuhalten: Elektrozaun leistet da wohl ganze Arbeit.

Das ich mich da um die Pinkelattacke nicht weiter kümmerte, schien die Affen irgendwie zu wundern. Ich ahnte eine Finte, um mich von dem Auto wegzulocken, das ja mit den ganzen Taschen und Utensilien auf der Ladefläche bei den Affen eine diebische Neugierde auslösen musste. Nicht mit mir, ich blieb eisern neben dem Wagen und beobachtete diesen dreisten Freund:

Erste schlenderte er wie zufällig auf der Fahrbahn herum,

wenig später saß er dann wie zufällig auch schon auf dem Nachbar-PKW,

eierte da erst demonstrativ desinteressiert herum,

bis er dann schließlich alle Zurückhaltung und gespielte Scheu ablegte und zum Hechtsprung ansetzte.

Ich hatte es ja geahnt: ohne Aufsicht wären hier wohl einige Sachen verloren gegangen. Das was anschließend passierte, konnte ich leider nicht auf Bildern festhalten, da mir der Affe, als ich mich ihm weiter mit der klickenden Kamera näherte, versuchte, diese aus der Hand zu schlagen. Ich ergriff also meine ebenfalls auf der Ladefläche liegende Angel und drohte dem Strolch , ihm damit eins über den Schädel zu braten. Die Warnung kam an: er zeigte mir noch seine nicht unbedrohlich aussehenden Zähne und verschwand. Frau und Freunde kehrten nun auch mit gemischten Erfahrungen von der Anlage zurück und während wir einstiegen, bemerkte ich, wie der Affe mit Verstärkung zurückgekehrt war und im Begriff war, einen Großangriff auf unseren Wagen zu starten. Mit Karacho aus der Parklücke raus und schnell weg - bye bye, ihr Affen von Lopburi

Nicht weit von Udon Thani entfernt liegt Kumphawapi, und auch dort können Besucher der Stadt Affen hautnah erleben. Besuche die Affen von Kumphawapi bei uns im Fotoblog.

Erstellt am: 10.01.2012 - Zuletzt aktualisiert am: 16.05.2016

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Leserkommentare zu diesem Artikel

Am 12.08.2012 - 22:46 schrieb Gast
ja, die Makaken von Loburi muss man mal erlebt haben...
http://tarcino.com/blog/?p=374

Schöne Grüße
~~~steff~~~
Am 15.01.2012 - 16:52 schrieb Gast

Drohgebärden, Zischlaute und laute Rufe schüchtern die Affen ein und reichen in der Regel, um sie zu vertreiben. Man sollte allerdings keine losen Gegenstände mit sich führen, denn die kleineren Kaliber trauen sich schon mal einem auf den Rücken zu springen, ehe man es sich versieht. Mir hat einer z.B. die Brille geklaut und solange in unerreichbarer Höhe damit gespielt, bis sie kaputt war. Ein teurer Spass, aber insgesamt ein unvergessliches Erlebnis, das mit noch lange in Erinnerung bleiben wird und ich ebenfalls darüber geschrieben habe:

Edit: Link entfernt!

Markus

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